Stadtentwicklung

Von Kreativen und urbanem Grün

Im Dialog

Die Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepte für das Hafentor in Hanau und die Klimainsel in Kelsterbach sind völlig unterschiedlich ausgerichtet. Dennoch haben sie eines gemein: In beiden Fällen setzte die ProjektStadt auf neue Formate der Bürgerbeteiligung.

Vorbei an Graffiti: Abendlicher Rundgang durch das Quartier in Hanau. Foto: Marc Strohfeldt

Ungewöhnliche Problemstellungen erfordern ungewöhnliche Lösungen. Das Quartier um das Hanauer Hafentor ist durch Bahnschienen von der Kernstadt getrennt. Das Viertel mit der denkmalgeschützten, aber modernisierungsbedürftigen Wohnsiedlung Annastraße birgt jedoch großes Entwicklungspotenzial. Nach niederländischem Vorbild hat die Baugesellschaft Hanau als Eigentümerin freie Wohnungen günstig an Künstler vermittelt, die im Gegenzug den Selbstausbau übernehmen.

Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ wurde die ProjektStadt im Frühjahr 2019 mit einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) beauftragt. Um die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Quartier aufzuwerten, den kreativen Hotspot zu stärken und das Gebiet besser an die Innenstadt anzubinden, nutzten die Planer nicht alltägliche Formen der Bürgerbeteiligung: Das Team um Projektleiter Frederik Daub lud zu einem Hafentorfest, setzte den Dialog mit einem Abendspaziergang fort und initiierte die Webseite hafentor.hanau.de. „Diese Förderung der Kreativwirtschaft am Hafentor besitzt Vorbildcharakter“, so Daub. Ebenfalls auf der Agenda: bessere Zugänge, attraktive Radwege und mehr Freiraumqualität.

Bürgerwunsch: Grüne Stadt
Auch in Kelsterbach setzte die ProjektStadt beim ISEK auf neue Formate der Bürgerbeteiligung. Mit der „Klimainsel“, gefördert vom Programm Zukunft Stadtgrün, soll die Kommune den Herausforderungen des Klimawandels begegnen. Nach einem „Picknick im Südpark“ und einer Postkarten-Aktion ging die Crowd-Mapping-Plattform klimainsel.kelsterbach.de online. Interessierte konnten sich hier registrieren und mithilfe von Markern Vorschläge kundtun. Zudem wurde eine Lokale Partnerschaft ins Leben gerufen, um Bürgerinteressen während des Planungsprozesses sicherzustellen und die Stadt Kelsterbach bei der Umsetzung der Maßnahmen zu beraten. Besonderes Augenmerk liegt zukünftig auf der Entwicklung des Südparks, dessen Aufenthaltsqualität gestärkt werden soll. Neue Erholungs- und Freizeitangebote sowie ein innerörtliches „Grünes Wohnzimmer“ mit klimatoleranten Pflanzen sind ebenfalls geplant.

Frederik Daub
Projektleiter ProjektStadt
T 069 6069-1489, frederik.daub@nh-projektstadt.de

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