Stadtentwicklung

Urbanes Konzept überzeugt

Konzeptvergabe

Fünf Jahre stand das denkmalgeschützte Kanzleigebäude in Hanau leer. Mittels Konzeptvergabe hat sich nun eine Bietergemeinschaft gefunden, die das Areal rund um den Schlossplatz zu einem urbanen Quartier entwickeln wird.

Visualisierung: Stefan Forster Architekten

Auf Basis einer komplexen Entscheidungsmatrix hat die Stadt Hanau nach einer Lösung für das geschichtsträchtige Ensemble des Kanzleigebäudes gesucht und sich für eine Vergabe nach Konzeptqualität entschieden. Als Kaufpreis war der Verkehrswert festgeschrieben. Wichtig für den Zuschlag war das Nutzungskonzept, das mit 30 Prozent für die Entscheidung am stärksten gewichtet war. Mit je 15 Prozent wurden das städtebauliche und das architektonische Konzept bewertet. Damit waren stadtplanerische und soziale-funktionale Aspekte deutlich stärker im Fokus als der Preis. „Die Konzeptvergabe zeigt sehr gut, dass die Kommune mit diesem Verfahren öffentliche Interessen mit den Interessen von Investoren in Einklang bringen kann“, erläutert Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Integrierte Stadtentwicklung der ProjektStadt, die unter anderem für die Steuerung des Verfahrens verantwortlich zeichnete. Warum ihr Fachbereich diese anspruchsvolle Matrix wählte, erklärt sich aus der Geschichte des Ensembles.

Dessen Kernstück ist das ehemalige Kanzleigebäude, eines der wenigen historisch erhaltenen Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor dem Leerstand beherbergte es unter anderem die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv. Der gesamte Komplex muss zudem unter Wahrung der Denkmalschutzbestimmungen saniert werden, vergeben wird in Erbpacht.

Detaillierte Vorgaben in der Ausschreibung
Teil des Projekt-Areals sind auch vier weitere Grundstücke, etwa das angrenzende ehemalige „Haus des Handwerks“ und der Innenhof, der bislang für Veranstaltungen zur Verfügung stand. In der Ausschreibung war gefordert, dass potenzielle Investoren ein urbanes Quartier mit mindestens 30 Prozent Wohnraum realisieren. Die öffentliche Nutzung soll weiter bestehen, auch die ausgewachsenen Platanen müssen erhalten bleiben.

Die Konzeptvergabe startete Ende 2018, im März 2019 wurden die Entwürfe zur Diskussion mit der Bevölkerung vorgestellt. Im September erhielt die Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag den Zuschlag, die mit ihrem Konzept aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gastronomie überzeugte. Projektleiter Ulrich Eckerth-Beege zeigt sich mit dem bisher reibungslosen Ablauf mehr als zufrieden: „Mit diesem Vorhaben ist auch der letzte Baustein des Stadtumbaus in Hanau auf den Weg gebracht. Das Instrument Konzeptvergabe hat hier erneut bewiesen, dass es schnell, juristisch wasserdicht und sehr virtuos zu handhaben ist.“

Ulrich Eckerth-Beege
Projektleiter ProjektStadt
T 069 6069-1269, ulrich.eckerth-beege@nh-projektstadt.de

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