Stadtentwicklung

Rund um die Klinik beleben und sanieren

Funktionale Vernetzung 

Premiere: Erstmals fördert die KfW eine medizinische Einrichtung mit dem Programm Energetische Stadtsanierung, denn die Modernisierung des Klinik- und Rehabilitationszentrums Lippoldsberg ist eng verknüpft mit einer Standort-Entwicklung.

In einer idyllischen nordhessischen Waldregion liegt das Klinik- und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg. Bei diesem größten Arbeitgeber in Wahlsburg sind derzeit 300 Angestellte tätig. Laut ihrem Geschäftsführer, Ralf Pinnau, schickt sich die mit innovativer Digital- und Robotmedizin ausgestattete Klinik an, ein „hoch spezialisiertes Frührehabilitationskrankenhaus für Neurologie, Kardiologie und Orthopädie“ zu werden.

Aufgrund ihrer Historie weist die Klinik einen städtebaulichen Mix aus unterschiedlichen Baustilen auf. Foto: Karsten Socher

Mit einem Integrierten Quartierskonzept – aus der Feder der ProjektStadt – soll nun vor allem die schlechte Energiebilanz des Gebäudekomplexes deutlich verbessert werden, unter anderem durch die Nutzung von regenerativen Energien. Ziel: die Krankenhaus- und Technikgebäude sowie die Mitarbeiterwohnungen CO2-neutral umzurüsten und weiterzuentwickeln. Die größere Herausforderung besteht allerdings darin, den Standort insgesamt zu beleben. Über den „reinen Gebäudefokus hinaus“ sollen Ideen für eine sinnvolle Nachnutzung entwickelt werden. Das ist auch der Grund, warum das Konzept aus dem Programm 432 Energetische Stadtsanierung gefördert wird. Mittel- bis langfristig soll die Einrichtung zu einem Waldcampus werden – mit einer weiterentwickelten Mischung aus Klinikbetrieb, Physiotherapie-Schule und Wohnungen. 

Breite Palette möglicher Ansiedlungen
ProjektStadt-Projektleiter Ingolf Linke sieht sehr gute Möglichkeiten für das Gebiet – trotz der im ländlichen Raum „eingeschränkten Wirtschaftlichkeit“ bei Immobilieninvestitionen. Zum einen sind kliniknahe Ansiedlungen denkbar. Die Palette reicht hier von einem Schulungszentrum für Ambient Assisted Living (AAL)  über ein Gründer- und Technologiezentrum für Medizin bis hin zu einer stärkeren touristischen Erschließung der Region Reinhardswald. Das Stichwort für einen weiteren möglichen Entwicklungszweig lautet „Entschleunigung durch Digitalisierung“, angekoppelt an das neue Konzept des Regionalmanagements Nordhessen. Durch eine bereits vorhandene Breitband-Erschließung könnten viele, die der Hektik der Ballungsräume „entfliehen“ möchten, hier entspannen und die naturräumlichen Vorzüge genießen. Linke: „Es wird darauf ankommen, Ideen zu entwickeln, die eine realistische Perspektive haben. Zudem werden wir möglichst alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen, um das Vorhaben wirtschaftlich darzustellen.“

Ingolf Linke
Projektleiter ProjektStadt
T 0561 1001-1352, ingolf.linke@nh-projektstadt.de

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